Business Impact Analyse (BIA) im BCM – Überblick & Einstieg🔗
UI-Hinweis
In der Plattform wird die Tile-Bezeichnung "Business Impact Analysis" (englisch) verwendet.
Die Business Impact Analyse (BIA) ist der Kern des BCM-Moduls. Sie beantwortet die Frage:
Welche Prozesse sind kritisch und wie stark sind die Auswirkungen, wenn sie über einen gewissen Zeitraum ausfallen?
Die BIA im BCM-Modul gliedert sich typischerweise in vier Schritte:
- BIA-Vorfilterung – grobe Einordnung der Prozesse und Vorauswahl, was überhaupt betrachtet werden soll.
- BIA-Konfiguration (Hausregeln) – Festlegung von Zeithorizonten, Schadensszenarien und Bewertungsskalen.
- BIA-Bewertung – detaillierte Bewertung der Auswirkungen eines Ausfalls je Prozess.
- Soll-/Ist-Vergleich & Reporting – Gegenüberstellung von definierten Zielen und aktuellem Umsetzungsstand.
Je nach Systemkonfiguration heißen die Kacheln z. B.:
- „BIA – Vorfilterung“
- „BIA – Konfiguration“
- „BIA – Bewertung“
- „BIA – Soll-/Ist-Vergleich“
Voraussetzungen🔗
Damit die BIA sinnvoll genutzt werden kann, sollten zuvor:
- Prozesse im Bereich Meine Organisation gepflegt sein,
- relevante Assets und Dienstleister mit Prozessen verknüpft sein,
- der Scope im BCM definiert und verknüpft sein (siehe Anwendungsbereich).
Je besser diese Basis gepflegt ist, desto aussagekräftiger werden deine BIA-Ergebnisse.
BIA-Vorfilterung – was wird überhaupt betrachtet?🔗
In der BIA-Vorfilterung triffst du eine erste Entscheidung, welche Prozesse BCM-kritisch sind:
- Pro Prozess beantwortest du einfache Fragen (z. B. regulatorische Relevanz, Kundenrelevanz, Sicherheitsanforderungen).
- Auf Basis dieser Antworten wird ein Prozess als kritisch oder unkritisch vorgemerkt.
- Du kannst die Einstufung manuell anpassen, wenn du fachlich eine andere Einschätzung hast.
Ziel ist, dass du dich in der Detail-BIA auf die wirklich relevanten Prozesse konzentrierst.
BIA-Konfiguration – deine Hausregeln🔗
In der BIA-Konfiguration definierst du die Spielregeln für deine Bewertung:
- Schadenspotenziale (z. B. gering, mittel, hoch, sehr hoch)
- Zeithorizonte (z. B. 2h, 4h, 8h, 24h, 3 Tage, 7 Tage)
- Schadensszenarien (z. B. finanzielle Auswirkungen, rechtliche Auswirkungen, Reputationsschaden, Sicherheitsrelevanz)
Diese Konfiguration gilt dann als „Hausregel“ für alle BIA-Bewertungen und wird in der Matrix- bzw. Diagrammdarstellung sichtbar.
Details dazu findest du in BIA – Konfiguration.
BIA-Bewertung – Auswirkungen und Ziele je Prozess🔗
In der BIA-Bewertung wird es konkret:
- Pro Prozess bewertest du, wie sich ein Ausfall über die Zeit in den definierten Szenarien auswirkt.
- Du leitest daraus Wiederherstellungsziele ab (z. B. RTO, MTPD, Notbetriebsniveau).
- Abhängigkeiten (Assets, Dienstleister, vorgelagerte Prozesse) werden sichtbar und können als SPOF markiert werden.
Die Bewertungen dokumentierst du pro Prozess – fachlich verständlich und auditierbar.
Mehr dazu in BIA – Bewertung (Prozesse & Ziele).
Soll-/Ist-Vergleich & Reporting🔗
Im Soll-/Ist-Vergleich stellst du die in der BIA definierten Zielwerte (Soll) dem aktuellen Stand der Umsetzung (Ist) gegenüber:
- Welche Prozesse haben definierte RTO/MTPD-Werte?
- Wo existieren bereits passende Strategien und Pläne?
- Wo klaffen Lücken, die du im Maßnahmen- oder Projektkontext schließen musst?
Die View eignet sich besonders für:
- Management-Reports,
- BCM-Programmsteuerung,
- Vorbereitung von Audits und Zertifizierungen.
Details findest du in BIA – Soll-/Ist-Vergleich & Reporting.
Zusammenspiel mit Risikomanagement und Strategien🔗
Die Ergebnisse der BIA sind:
- Input für das BCM-Risikomanagement (Priorisierung von Risiken und Maßnahmen),
- Grundlage für Strategien und Pläne (welcher Prozess muss wann wieder lauffähig sein),
- Referenzpunkt für Audit-Management und Reporting.
Damit ist die BIA der verbindende Baustein zwischen Inventarisierung, BCM-Risiken und konkreten Notfall- bzw. Wiederherstellungsstrategien.